VII - Verein ehemaliger Isomax-Interessenten e.V.

Hier können Sie das Gutachten des Universitäts-Professors Dr.-Ing. Marten F. Brunk über die Beurteilung der Isomax-Technologie als pdf-Dokument herunterladen:


DOWNLOAD Gutachten Dr.-Ing. Brunk


Im Jahr 2011 hat die Firma ISOMAX-TERRASOL BUILDING TECHNOLOGIES, Dipl.-Ing. Phys. Edmond D. Krecké, Herrn Prof. Hirschberg mit der Erstattung eines Gutachtens beauftragt, "in dem das Grundkonzept der "ISOMAX-Gebäude" überprüft werden soll. Die detaillierte Bewertung von Planungs- und Auslegungsunterlagen sowie der Konstruktion von Komponeten ist nicht Gegenstand der vorliegenden Überprüfung."

Wir sind nicht befugt, dieses Gutachten hier dem Leser zur Kenntnis zu geben; er kann es sich sicherlich bei Herrn Krecké oder dem Gutachter selbst

Prof. Dr.-Ing. Rainer Hirschberg

In den Langen Ruten 16

65207 Wiesbaden

anfordern. 

Im Folgenden wird eine Stellungnahme von Dr. Kunkel zu diesem Gutachten, wie sie auch bei Gericht vorgelegt wurde, wiedergegeben. Hier ist Kläger Herr Krecké, der Beklagte Herr Dr. Kunkel.

1.     Gutachten Hirschberg (Anlage K100)

a)  Zur Person

Professor Hirschberg ist ausweislich des Deckblatts seines Sachverständigengutachtens Sachverständiger für Heizungs-, Sanitär- und Raumlufttechnik. Er ist nicht der Sachverständige für die Funktionalität der ISOMAX-Technologie, s. Seite 25 des klägerischen Schriftsatzes. Denn es fehlt eine wichtige Sachkomponente.

So heißt es auf Seite 30, Punkt 5, der Gesamtzusammenfassung

„5. Die Speicherung setzt jedoch entsprechende Prüfung und Bemessung des Erdspeichers voraus. Weitere Vor­aussetzung ist die weitgehende Verhinderung des unkon­trollierten Wärmeabflusses.“

Zur Beurteilung des Erdspeichers bzw. des Baugrundes ist demnach ein weiterer Sachverständiger für Baugrundtechnik oder ein Geologe hinzuzuziehen. Dies hat der Beklagte immer vorgetragen. Es wird daran erinnert, dass auch der Architekt Manz in seiner Zeugenaussage davon spricht, einen Geologen um Rat gefragt zu haben. Was der Zeuge Manz dazu sagte, wurde in diesseitigem Schriftsatz vom 22.11.2010 auf Seite 47 wiedergegeben.

 

„Wir hatten später, als die Häuser standen, einen Geolo­gen, Stefan Oesinghaus (Bonn) bei uns und ich fragte ihn, ob seiner Ansicht nach die Technik funktionieren kann. Der sagte, dass zu einer abschließenden Beurteilung Berechnungen zur Speicherfähigkeit des jeweiligen Erdreichs notwendig sind. Diese Computersimulation könnten gegen entsprechende Honorare durchgeführt werden. Wir haben daraufhin Herrn Krecke darum gebeten, selbst solche Berechnungen vorzulegen oder erstellen zu lassen. Der meinte nur, das sei nicht notwendig.

Wir haben gemerkt, dass wir keine fundierten Unterlagen oder verwertbare Fakten von Herrn Krecke zur Verfügung gestellt bekamen. Der Vertrag hätte das hergegeben, aber es kam einfach nichts. Darauf angesprochen, sagte Herr Krecke nur, dass solche Unterlagen nicht notwendig seien.“

b)   Reine oberflächliche Machbarkeitsstudie des Konzepts, keine tatsächliche Begutachtung

Das Gutachten bestätigt entgegen der Darstellungsversuche der Klägerseite nicht die Funktionsfähigkeit der ISOMAX-Technologie. Auftragsinhalt für Prof. Hirschberg war es, das Grundkonzept der ISOMAX-Gebäude zu überprüfen. Eine weitergehende Überprüfung sollte - aus gutem Grund - nicht stattfinden.

Schon auf dem Titelblatt heißt es:

„Überprüfung des Grundkonzeptes von „ISOMAX-Gebäuden“

Auf Seite 2 schreibt Prof. Hirschberg:

„Die Firma ISOMAX ... hat mich ... beauftragt, in dem das Grundkonzept der „ISOMAX-Gebäude“ überprüft werden soll.

Die detaillierte Bewertung von Planungs- und Auslegungsunterlagen sowie der Konstruktion von Komponenten ist nicht Gegenstand der vorliegenden Überprüfung.“

Gerade darin, dass das Grundkonzept einleuchtend scheint, sich aber damit keine funktionierenden Passiv- oder Null-Energiehäuser bauen lassen, liegt die Täuschung des Klägers. Wenn es nicht dieses Grundkonzept gegeben hätte, hätte kein Lizenznehmer einen Lizenzvertrag unterzeichnet. Die Architektin Frau Dr. Blassy, der Architekt Bernhard Manz, der Fertighaushersteller Ralf Manz, die Bauunternehmer und Bauträger Wermelinger und Gardi, der Beklagte und viele andere mehr, wären als unfähig zu bezeichnen, wenn sie das Grundkonzept nicht verstanden, nicht für in der Praxis umsetzbar gehalten hätten und wenn sie dennoch Lizenzverträge Unterzeichneten.

 

c)    Wechselnde klägerseitige Darstellungen der ISOMAX­Grundlageninformationen

Auf Seite 2 nennt der Gutachter die wesentlichen Bestandteile der ISOMAX-Gebäude. Der Beklagte hat diese in früheren Schriftsätzen die „vier ISOMAX-Komponenten“ genannt. Es sei daran erinnert, dass der Beklagte es war, der in den verschie­denen Gerichtsverfahren diese vier Komponenten aus den Unterlagen, die ein Lizenznehmer erhält, herausgearbeitet hat, sie als Erster in einem gerichtlichen Schriftsatz dokumentiert hat, um so den Kläger zu bewegen, diese wesentlichen Komponenten auch als solche anzuerkennen und folglich nicht ausweichen zu können. Wir haben in unserem Schriftsatz vom Seite 10, darauf hingewiesen, dass der Kläger in seinem Schriftsatz vom 28.07.2009 auf Seite 24 einräumt, der Beklagte habe die ISOMAX-Technologie zutreffend beschrieben.

 

Der guten Ordnung halber sei angemerkt, dass in den ISOMAX-Unterlagen von 2 x 5 cm Wärmedämmung in der Außenwand und nicht von 2 x 7,5 cm, wie auf Seite 8 des Gutachtens beschrieben, die Rede ist. Schließlich war der Kläger immer der Meinung, er könne mit seinem System extrem schlanke Außenwände bauen. Die dünne Dämmung erhöht selbstverständlich den Heizenergieverbrauch.

d)  Erwiderung Gutachten Hirschberg im Einzelnen

Bevor einige Details des Sachverständigengutachtens Hirschberg behandelt werden, ein einfacher und leicht einleuchtender Hinweis:

Der Sachverständige behandelt als Beispiel ab Seite 10 unten seines Gutachtens ein eingeschossiges Haus ohne Keller. Hierfür errechnet er die benötigte und dem erwärmten Erdreich zu entnehmende Jahresheizenergie

5.101 kWh (Seite 19, Sv H),

die sich aus der Wärmeenergie für die Temperaturbarriere und für die Lüftung zusammensetzt (siehe auch Seite 28 des Sach­verständigengutachtens Hirschberg). Die von den Dachsolarabsorbern absorbierte, dem Erdreich zugeführte Wärmeenergie liegt mit

5.556 kWh (Seite 28, Sv H)

knapp 10 % darüber.

Der Kläger macht für die Einsatzmöglichkeiten der ISOMAX-Gebäude keinerlei Einschränkungen hinsichtlich der Größe und der Anzahl der Geschosse der Gebäude (auch ansonsten macht er keine Einschränkungen, z.B. hinsichtlich der Boden­beschaffenheit oder des Vorhandenseins von Grundwasser).

Die benötigte Jahresheizenergie für Temperaturbarriere und Lüftung steigt mit der Anzahl der Geschosse drastisch, nahezu linear an, so dass für ein zweigeschossiges, nicht unterkellertes Gebäude mit demselben Grundriss

ca. 10.000 kWh,

und für ein dreigeschossiges, nicht unterkellertes Gebäude mit ebenfalls demselben Grundriss

ca. 15.000 kWh

Wärmeenergie benötigt werden; wobei die von den Solarabsorbern absorbierte Wärmeenergie mit ca. 5.100 kWh gleich bleibt, also ein riesiges Energiedefizit entsteht.

Beweis: Sachverständigengutachten

Nach den Erfahrungen mit dem Kläger in den verschiedenen Gerichtsverfahren ist zu erwarten, dass er nunmehr entgegnen wird, er habe dem Beklagten und allen anderen Lizenznehmern gesagt, (in den Roten Ordnern steht davon selbstverständlich nichts), dass man mit dem ISOMAX-System nur eingeschossige, nicht unterkellerte Gebäude bauen könne oder der Kläger wird eine andere neue Geschichte erfinden. Aber noch nicht einmal hierfür gibt der Kläger seinen Lizenznehmern Berechnungshilfen an die Hand, wie sie z.B. der Sachverständige Hirschberg verwendet hat.

 

aa) Problem Wärmespeicher bleibt im Gutachten Hirschberg unbehandelt und wird für die Machbarkeitsstudie als funktionsfähig unterstellt

Im Folgenden wird auf einige technische Details eingegangen, dass selbst das vom Sachverständigen behandelte eingeschossige Gebäude nur in einem höchst unwahrscheinlichen Sonderfall beim Zusammentreffen einiger günstiger Umstände als Passivhaus funktionieren kann. Um diesen Sonderfall planen zu können, bedarf es ebenfalls Planungshilfen in Form von Simulationsrechnungen, wie sie der Sachverständige verwendet, die der Kläger als Lizenzgeber aber nicht bereitgestellt hat.

In dem obigen eingeschossigen, beispielhaften Einfamilienhaus ging der Sachverständige Hirschberg von Folgendem aus: (Seite 23 oben des Sachverständigengutachtens Hirschberg):

„Die von den Absorbern bereitgestellte Wärme muss in ei­nem (Erd)-Speicher aufgenommen und bei Bedarf wieder entnommen werden können.“

Zuvor auf Seite 7 des Sachverständigengutachtens Hirschberg heißt es:

„Der oberflächennahe Erdspeicher muss so viel Wärmeenergie über das Jahr aufnehmen können, dass konkret dieWärmeabgabe  gedeckt werden und die Entnahme zu den Bedarfszeiten erfolgen kann. Gleichzeitig muss eine unkontrollierte Entladung über Nebenwege verhindert oder eingeschränkt werden.“

Zu diesem Thema heißt es auf Seite 25 unten des Gutachtens Hirschberg:

„Hinsichtlich der Speicherung der im Absorber gewonnenen Energie im Erdspeicher ist anzumerken, dass eine Entladung des Speichers auf Nebenwegen .... erfolgen kann. Dies soll offensichtlich durch die in Bild 1 ersichtliche Wärmeschürze verhindert werden.“

 

Eine Entladung, also ein Abfluss von Wärmeenergie kann durch eine Wärmedämmung nicht verhindert, nur verzögert werden. Auf Dauer gleichen sich die Temperaturen beiderseits der Wärmedämmung an, wie jedermann weiß. Es findet also in jedem Fall ein Wärmeabfluss statt: Seitlich durch die Wärmedämmung ins kältere Erdreich, seitlich unterhalb der Wärmedämmung und nach unten in das kältere Erdreich. Es kann also nie die gleiche Wärmeenergie entnommen werden wie diejenige, die gespeichert wurde. Dies gilt in besonderem Maße, wenn Grundwasser vorhanden ist.

 

Beweis: Einholung eines Sachverständigen-Gutachtens für Geotechnik/Geologie

Der Sachverständige ist auf der Grundlage der ermittelten Bodenkennwerte mit der thermodynamischen Berechnung einzu­schalten, d.h., dieser ist in der Lage, den Wärmeenergiefluss bei Wärmespeicherung und Wärmeentnahme zu berechnen sowie die Verteilung der Temperaturen vorzunehmen.

Zur Verteilung der tatsächlichen Temperaturen im Erdreich äu­ßert sich der Sachverständige Hirschberg nicht; er fordert auf Seite 20 oben:

„Zur Temperierung des Betonkerns in den Wänden ist eine Medien-temperatur von 16 °C erforderlich und zur Nacherwärmung der Luft eine Medientemperatur (Wassertemperatur) von > 20 °C (größer 20 °C) erforderlich.“

Ob diese Temperaturen im Erdreich vorhanden sind, wird nicht untersucht. Dieselbe Wärmeenergie kann einmal mit hohen Temperaturen und kleiner Wärmeausbreitung im Erdspeicher oder mit niedrigen Temperaturen und großer Wärmeausbreitung gespeichert werden. Dies hängt von den spezifischen Bodenkennwerten und den geometrischen Verhältnissen ab.

 

Ob die vornehmlich im Sommerhalbjahr gespeicherte Wärmeenergie mit entsprechenden Temperaturen über die gesamte Heizperiode, also auch im April/Mai des Folgejahres, ausreichend zur Verfügung steht, kann der Sachverständige Hirsch­berg nicht bestätigen. Die Erfahrung zeigt negative Ergebnisse.

Die genannten Temperaturen sind von enormer Wichtigkeit, so schreibt der Sachverständige Hirschberg auf Seite 25, oben:

„Wenn der Betonkern immer mit Heizgrenztemperatur (entspricht Temperaturbarriere mit 15°C und einer Vorlauftemperatur von mindestens 16°C) temperiert werden kann und die Außenluft auf Zulufttemperatur (> 20°C) erwärmt werden kann, ist die Beheizung eines Gebäudes sichergestellt.“

Die Bedeutung dieser Temperaturen hat der Beklagte in seinen Schriftsätzen - er sprach von 18° bis 20°C - immer wieder betont. Hierzu hat der Kläger ihn und die anderen Lizenznehmer getäuscht, indem er sagte, die Temperaturen von 20° bis 22°C könne er auf Grund seiner Erfahrungen garantieren.

bb) weitergehender gefasster Auftrag des Gutachters Brunk

Während der Sachverständige Hirschberg vom Kläger den Auftrag hatte, nur das Grundkonzept der ISOMAX-Gebäude zu überprüfen (Seite 2 des Gutachtens Hirschberg), hatte der Beklagte dem Gutachter Brunk den folgenden Auftrag erteilt (Seite 4 des Gutachtens Brunk, B 126a):

„Im Gutachten soll u.a. die Frage beantwortet werden, ob diese Unterlagen ausreichen, um Passivhäuser und Nullenergiehäuser damit zu planen, zu errichten und zu betreiben.“

Es versteht sich von selbst, dass die Beauftragung des Gutachters Brunk weitergehender ist als die des Sachverständigen Hirschberg.

Die weitergehende Beauftragung war unumgänglich, da der ISOMAX-Lizenznehmer sich ja zum Bau entsprechender Häuser verpflichtet hat.

Zunächst schreibt Herr Prof. Brunk auf Seite 16 seines Gutachtens, Anlage B126a:

„Im Folgenden wird aufgezählt, was der Gutachter noch alles vermisst und weiche Angaben mindestens erwartet werden können, um das Lizenzprodukt zu planen, zu bauen und zu vertreiben. Diese Liste ist nicht erschöpfend und .... noch weiter zu ergänzen.“

Die Schlussfolgerung folgt auf Seite 20 des Gutachtens Brunk, Anlage B126a:

„Der Gutachter kommt zu dem Schluss, dass nach den zur Verfügung gestellten Unterlagen, „3 Rote Ordner“, es nicht möglich ist, Niedrigstenergie-Häuser weder zu planen, zu bauen noch zu betreiben.“

Hinsichtlich der weiteren Ausführungen zum Gutachten Brunk wird auf den diesseitigen Schriftsatz vom 01.12.2010 und Anlage B126averwiesen.

cc) Unsubstantiierte Stellungnahme der Klägerseite zu Gutachten Brunk

Die RWTH Aachen ist eine der renommiertesten Technischen Hochschulen Deutschlands, sie ist eine der wenigen Exzellenzuniversitäten Deutschlands, sie gehört zu den besten der Welt.

 

Eine solche Hochschule hat nicht nur einige wenige Spitzenforscher auf einigen wenigen Gebieten, eine solche Hochschule stellt und erfüllt den Anspruch, auf allen Fachgebieten herausragende Leistungen vorweisen zu können. Das Gutachten des an dieser Hochschule lehrenden Prof. Brunk kann der Kläger nicht mit der lapidaren Wertung (Seite 25 Mitte, Schriftsatz des Klägers vom 07.11.2011)

„das inhaltlich unzutreffende und deshalb nicht verwertbare Gutachten Prof. Brunk“

abtun, er sollte sich vielmehr damit auseinander setzen, wenn er dem etwas zu entgegnen hat. Widrigenfalls ist im Falle eines für den Kläger negativen Gerichtsgutachtens erneut mit neu ausgedachtem Sachvortrag des Klägers zu rechnen.

e)   Abschließende Bemerkungen zu den Berechnungsverfahren

Der Beklagte hat im Verlauf der verschiedenen Gerichtsverfahren herausgearbeitet, dass in den ihm als Lizenznehmer ausgehändigten Unterlagen, den Roten Ordnern, Berechnungsverfahren

-      zur Bestimmung der absorbierten Sonnenwärme durch die Dachsolarabsorber,

-      zur Bestimmung der Wärmeenergie und zur Verteilung der Temperaturen im Erdreich über die Jahreszeiten und zur Bestimmung der Wärmeverluste im Erdreich,

-      zur Bestimmung der für die Temperaturbarriere nutzbaren Temperaturen vor allem im Winterhalbjahr und,

 

-     zur Bestimmung der Wärmerückgewinnung durch die aufgrund von VDI-Richtlinien in Deutschland nicht ersetzbare Rohr-in-Rohr-Gegenstromanlage

fehlen. Da diese Berechnungsverfahren fehlten, musste der Beklagte - dies wurde bereits mehrfach ausgeführt - den Angaben des Klägers aufgrund seiner angeblich vieltausendfachen, weltweiten Erfahrungen vertrauen, dass immer mindestens 18° C bis 20°C Wassertemperatur zur Klimatisierung zur Verfügung stünden, auch wenn der Kläger neuerdings ausführt, dieses Vertrauen sei lächerlich.

Der Kläger bestreitet, dass solche Berechnungsverfahren fehlen, er behauptet, solche Berechnungsverfahren seien in den genannten Unterlagen vorhanden. Aber selbst sein eigener Sachverständiger straft den Kläger insoweit Lügen! So sagt der Sachverständige Hirschberg auf Seite 28 seines Gutachtens:

„ln den dem Sachverständigen übergebenen drei Ordnern sind ansonsten keine detaillierten Planungsunterlagen enthalten, die unmittelbar angewendet werden könnten.“

Der Sachverständige Hirschberg muss mangels entsprechender Berechnungen des Klägers auch für die Absorption der Sonnenwärme durch die Dachsolarabsorber und für die Rohr- in-Rohr-Gegenstromanlage in seinem Gutachten eigene Simu­lationsrechenverfahren anwenden.

Die Verteilung der Temperatur und der Wärmeenergie im Erdreich und die dortigen Wärmeverluste berechnet er nicht.

Wären in den Roten Ordnern Berechnungsverfahren oder Berechnungshilfen angegeben, hätte der Sachverständige Hirschberg sich derer bedienen können oder sie zumindest erwähnen und begutachten müssen.

Der Beklagte behauptet nach wie vor, dass solche für die Planung, Herstellung und Inbetriebnahme von ISOMAX-Passiv- oder -Nullenergie-Häusern erforderlichen Berechnungsverfahren in den Roten Ordnern nicht enthalten sind. Folglich kann ein Lizenznehmer danach keine Häuser der genannten Qualität bauen.

1.              Beweis:          1.         Zeugnis des Herrn Prof. Hirschberg, b.b.

2.            Zeugnis des Herrn Prof. Brunk, b.b.

3.            richterliche Anordnung der Vorlage der Herrn Prof.                                            Hirschberg seitens des Klägers zur Verfü­gung gestellten                                       Unterlagen nach § 142 ZPO

In den anderen, nunmehr abgeschlossenen, Gerichtsverfahren wurde vom Beklagten zur Nichtfunktionalität der ISOMAX-Technologie bereits vorgetragen und vom Kläger entsprechend erwidert. Die Gerichte mussten sich mit dieser nicht einfachen Materie aber nicht vertieft auseinandersetzen, da der Kläger aufgrund anderer Sachverhalte des Betruges überführt werden konnte. Im Fall des Verfahrens 1-18 U 133/09 - Vollstreckungsgegenklage — waren es die Bilanzfälschungen und die damit einhergehenden Täuschungen über die Gewinnerwartungen der vom Kläger an den Beklagten verkauften Firma ISOMAX Casteilum Investment AG.

Auch in diesem Gerichtsverfahren könnte es nunmehr - was die ISOMAX-Technologie angeht - ausreichen, feststellen zu lassen, dass Berechnungsverfahren in den Roten Ordnern fehlen. Damit ist dem Lizenznehmer die Möglichkeit genommen, ISOMAX-Häuser zu planen, zu errichten und zu betreiben, wie es aufgrund der Lizenzverträge gefordert ist. D.h., ein Lizenznehmer hat Lizenzen gekauft und Unterlagen erhalten, mit denen er das Ziel, ISOMAX-Häuser zu bauen, gar nicht erreichen kann. Dieses Fehlverhalten des Lizenzgebers besteht unabhängig davon, ob in ausgeführten ISOMAX-Gebäuden eine Heizleistung festgestellt wurde oder eben nicht.

 

f) Rote Ordner laut Gutachten Hirschberg für Bewertung unbrauchbar

Es ist dem Beklagten nicht bekannt, welche Unterlagen dem Zeugen Hirschberg zur Verfügung gestellt wurden. Es wird bestritten, dass dem Zeugen Hirschberg die Roten Ordner vollständig zur Verfügung gestellt wurden, die der Beklagte damals erhalten hatte.

Beweis:                        1.  Zeugnis des Herrn Prof. Dr. Hirschberg, b.b.

                       2. Vorlage der Handakte des Herrn Prof. Dr. Hirschberg im Wege                      der Urkundsvorlage bzw. im Wege richterlich Anordnung nach                    § 142 ZPO

Interessant an dem Gutachten Hirschberg ist vor allem, dass der Kläger sich selbst widerlegt, denn selbst sein Gutachter bestätigt, dass man mit den Roten Ordnern nichts anfangen kann. Der Kläger behauptet wiederholt,

„dass die in den roten Ordnern abgehefteten Unterlagen ausreichende Angaben über Inhalt und Funktionalität der ISOMAX-Technologie enthalten“.

Hingegen sagt der Sachverständige Hirschberg auf Seite 28 seines Gutachtens:

„In den dem Sachverständigen übergebenen drei Ordnern sind ansonsten keine detaillierten Planungsunterlagen enthalten, die unmittelbar angewendet werden könnten.“

Selbst wenn der Beklagte im genannten Zeitraum Oktober 2004 bis Juli 2006 die Kenntnisse über die ISOMAX-Technik gehabt hätte, die er heute hat (wobei man die Kenntnisse über die vielen Fehlschläge und die Betrügereien außen vor lassen muss), wäre es nicht Aufgabe eines Lizenz- oder Franchisenehmers gewesen, Fragen nach wesentlichen fehlenden Unterlagen, Berechnungsverfahren, Planunterlagen etc., zu stellen. Der Franchisegeber hätte dies bereitstellen müssen.

g) Vergleich der bisher vorgelegten Gutachten

Im Kapitel

 

„2. Sachverständigengutachten Grab und andere“

bezeichnet der Kläger die Gutachten

   Grab

   Dr. Lettner, Anlage B96

   Zum Haus Stommel, Dipl.-Ing. Zeiler, Anlage B66

   Hauenstein, Anlage B125

   Prof. Brunk, Anlage B126a

als unzutreffend bzw. durch das Gutachten Prof. Hirschberg widerlegt.

Ein Sachverständigengutachten Grab, das der Kläger erwähnt, ist dem Beklagten nicht, bekannt. Soweit dieses Gutachten bisher seitens des Klägers nicht eingereicht wurde, wird höflichst beantragt,

im Wege richterlicher Anordnung nach § 142 ZPO dem Kläger aufzugeben, das in Bezug genommene Gutachten Grab vorzulegen.

Wenn der Kläger über weitere für ihn negative Gutachten verfügt, hat er diese, wenn er sich auf diese bezieht, vorzulegen, damit dem Beklagten eine Erwiderung möglich ist.

Die Beauftragung zum Gutachten des Prof. Brunk war nicht auf die Grundkonzeption der ISOMAX-Technologie wie bei dem vom Kläger beauftragten Prof. Hirschberg beschränkt, vielmehr sollte und hat Prof. Brunk das gesamte Spektrum dieser Tech­nologie beurteilt, insbesondere sollte er beurteilen, ob sich da­mit Gebäude „planen, herstellen und betreiben“ lassen.

Ähnlich lautet der von der Staatsanwaltschaft in Graz erteilte Auftrag an Dipl.-Ing. Dr. techn. Lettner. Auf Seite 2 dieses Gut­achtens, Anlage B96, heißt es (es wird auf die beklagtenseitigen Schriftsätze vom 10.08.2010, Seite 2, und 22.11.2010, Sei­te 95 verwiesen):

„Der Sachverständige wird ersucht, .......  Befund und Gut­achten über nachfolgende Frage zu erstatten:

1.     Ist die vom Beschuldigten Erwin WOGG (Anm. des Be­klagten: Ein Lizenznehmer) vertriebene ISOMAX­Technologie nach derzeitigem Stand von Technik und Forschung funktionsfähig?

2.     Können damit Einfamilienhäuser bei dem in Österreich gegebenem Klima ausreichend beheizt werden?“

 

Auch in diesem Gutachten wird die gesamte ISOMAX­Technologie und nicht nur die Grundkonzeption untersucht.

Es entspricht den Gesetzen der Logik, dass ein Gutachten, welches nur die Grundkonzeption beurteilt, nicht Gutachten widerlegen kann, die die Gesamtkonzeption beurteilen.

Noch eklatanter wird die Situation, wenn es sich um Gutachten zu ausgeführten ISOMAX-Häusern handelt, wie das Gutachten des öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Heizungs- und Sanitärtechnik, Dipl.-Ing. Zeiler, Anlage B66. In der Zusammenfassung auf Seite 58 und 59 heißt es auszugsweise:

·       Eine unzureichende Heizleistung ist gegeben.

·       Die unzureichende Heizleistung ... ist dadurch zu erklären, dass ein Heizsystem praktisch nicht vorhanden ist.

·       Der Wärmebedarf der zu beheizenden Räume ist mit Bezug auf die Behaglichkeit nicht abgedeckt.

Ebenso handelt es sich bei dem Gutachten des Sachverständi­gen Alex Hauenstein, Anlage B125, um ein Gutachten für das ausgeführte Haus Gäthke. Der Beklagte verweist auf die Schriftsätze vom 22.11.2010, Seite 97 und vom 01.12.2010, Seite 2. Das Ergebnis des Gutachtens lautet (Seite 2):

„8. Fazit der Untersuchung

Der unterzeichnende Gutachter kann nicht feststellen, dass die eingebaute Heizungsanlage das Gebäude beheizt!“

Auch hier entspricht es den Gesetzen der Logik, dass das Gutachten Hirschberg, welches nur die Grundkonzeption beurteilt, nicht Gutachten widerlegen kann, die aufgrund von Messungen in ausgeführten Gebäuden erstellt wurden.